Familienkabinett im Caspar-David-Friedrich-Zentrum, © Karl Mühlbach
Familie
Die Familie Friedrich stammt ursprünglich aus Neubrandenburg. Caspar Davids Vater, Adolf Gottlieb Friedrich, 1730 in Neubrandenburg als Sohn eines Schneiders geboren, erlernt dort das Handwerk des Talgseifensieders und des Talgkerzengießers. Im Alter von 33 Jahren zieht er nach Greifswald, da hier kein gelernter Seifen- und Kerzenmacher ansässig ist. Im Januar 1765 heiratet er in der Kirche St. Nikolai Sophie Dorothea Bechly aus Neubrandenburg und erwirbt das Haus in der heutigen Langen Straße 57, an dessen Stelle sich nun das Caspar-David-Friedrich-Zentrum befindet. Der Vater richtet im Haus zunächst eine Kerzenwerkstatt ein, später erweitert er diese um eine Talgseifensiederei, welche heute noch im Hintergebäude besichtigt werden kann.
Das Ehepaar Friedrich bekommt insgesamt zehn Kinder – drei Mädchen und sieben Jungen, von denen Caspar David Friedrich als sechstes zur Welt kommt. Von seinen 6 Brüdern erreichen indes nur vier das Erwachsenenalter. Sein älterer Bruder Johann David (1772 geboren) stirbt bereits wenige Wochen nach der Geburt. Sein jüngerer Bruder Johann Christoffer (1775 geboren) ertrinkt 1787, als er Caspar David beim Eislaufen auf dem Greifswalder Wallgraben das Leben rettet. Alle Brüder Friedrichs erlernen klassische Handwerksberufe. Sie werden Seifen- und Kerzenmacher, Schmied oder Tischler. Drei seiner Brüder bleiben in Greifswald, einer kehrt nach Neubrandenburg zurück. Von den drei Schwestern Caspar Davids erreicht nur die älteste Schwester, Catharina, ein höheres Alter. Sie heiratet den Breesener Pastor August Jakob Friedrich Sponholz. Maria Dorothea Friedrich (1768 geboren) stirbt 1791 im Alter von 23 Jahren an Fleckfieber und die jüngere Schwester Barbara Elisabeth Johanna (1780 geboren) verstirbt bereits im Kleinkindalter an Windpocken.
1794 verlässt Caspar David Friedrich seine Familie und Greifswald, für ein Studium an der Kopenhagener Kunstakademie. Von dort zieht er dann um 1798 nach Dresden. Der Kontakt zwischen den Geschwistern bleibt zeitlebens sehr eng. Die sogenannten Geschwisterbriefe legen eindrucksvoll Zeugnis davon ab. Regelmäßig besucht Caspar David Friedrich seine Geschwister. Immer macht er in Greifswald Halt, wenn er für seine Naturstudien von Dresden aus zur Insel Rügen aufbricht.
Das Jahr 1818 ist ein besonderes Jahr – Caspar David Friedrich heiratet die Dresdner Bürgerstochter Christine Caroline Bommer und stellt seine Braut der Familie in Greifswald vor. Während seines Aufenthaltes in der Stadt entsteht das Aquarell vom „Greifswalder Marktplatz“, mit dem er nicht nur seiner Heimatstadt, sondern auch seinen in Greifswald verbliebenen Geschwistern ein Andenken setzt. Dieses in Friedrichs Schaffen einmalige Bild ist heute im Besitz des Pommerschen Landesmuseums.
Nachfahren der Familie Friedrich sind im Übrigen bis heute nachweisbar.
Zur Feier von Caspar David Friedrichs 240. Geburtstag am 5. September 2014 hat das Caspar-David-Friedrich-Zentrum seine Dauerausstellung um das „Familienkabinett“ erweitert. Auf einem großformatigen Stammbaum sind die Beziehungen der Geschwister Caspar David Friedrichs zu ihrem berühmten Bruder und untereinander anschaulich und hörbar präsentiert.
Zudem hat die CDF-Gesellschaft den Stammbaum als Leporello herausgegeben, er ist im Laden des Caspar-David-Friedrich-Zentrum erhältlich.